100 Tage Regierungsrat Eigenmann, © Radio Basilisk
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100 Tage Regierungsrat Eigenmann

Wie Markus Eigenmann die ersten Monate als Baselbieter Bildungsdirektor erlebt hat und worauf er sich in der nächsten Zeit fokussieren will. 

15.04.2026 Céline Jenni

Der neue Baselbieter Regierungsrat Markus Eigenmann hat seine ersten 100 Tage im Amt hinter sich. Traditionellerweise hat er heute vor den Medien ein Update zu seiner Arbeit abgegeben. Nach den ersten Monaten konnte er sich nun gut in seiner Arbeit zurecht finden. Grosse Überraschungen gab es keine, das Amt habe er sich in etwa so vorgestellt wie er es nun erlebt, erklärt Markus Eigenmann im Interview. Trotzdem seien es viele verschiedene Themen, welche ihre Zeit dauern bis man sich einarbeiten kann, sagt der neue Bildungsdirektor.

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Klar ist, die Bildung ist und bleibt das grösste Thema für Ihn. Alle drei Schwerpunkte welche er in Zukunft vertieft angehen will betreffen die Schulen im Kanton. So soll zum einen der Fremdsprachenunterricht verbessert werden. Ausserdem soll das Kostenwachstum bei den Sonderschulen eingedämmt werden. Auch das Dauerthema «Universitätsfinanzierung» findet sich bei Markus Eigenmann ganz oben auf der Liste. Diese drei Themen sind für ihn so wichtig, weil sie nicht nur grosse Auswirkungen auf weitere Teile des Kantons wie zum Beispiel die Finanzen haben. Alle sind auch verknüpft mit anderen Kantonen oder der ganzen Schweiz, weshalb Lösungen nicht so schnell gefunden und umgesetzt werden können. 

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Gerade über den Fremdsprachenunterricht wird schon lange diskutiert. Als erster Kanton hat das Baselbiet eine Studie dazu durchgeführt. Diese zeigt jetzt nicht nur, dass die Fremdsprachenkenntnisse am Ende der Schulzeit nicht genügend sind. Sie zeigt auch verschiedene Handlungsfelder auf, bei welchen die Sitaution verbessert werden könnte. Klar ist, nach der obligatorischen Schulzeit sind die Fremdsprachkenntnisse ungenügend. Die Studie kommt zum Ergebnis, dass es viele verschiedene Faktoren für einen erfolgreichen Sprachunterricht braucht. In der Vergangenheit wurde vor allem der Startzeitpunkt des Fremdsprachenunterrichts stark diskutiert. Die grösste Erkenntnis der Studie ist, dass der Startzeitpunkt sicherlich ein Faktor sei, jedoch nicht ausschlaggebend ist. Auch andere Punkte haben Einflüsse, zum Beispiel die Kompetenz der Lehrpersonen und auch wie die Unterrichtsstunden ausgestaltet sind.

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Das Thema des Fremdsprachenunterrichts wird das Departement auch in den nächsten Monaten beschäftigen. Verschiedene Varianten zur Anpassung des Unterrichts sollen entwicklelt werden. Spätestens im Sommer 2027 wird entschieden, welche Variante umgesetzt wird. Bis 2030 sollen die Veränderungen dann implementiert werden. Dabei will die Bildungsdirektion ihre neuen Pläne mit dem Kanton Basel-Stadt absprechen und auch im nationalen HarmoS-Konkordat verbleiben. Dieses vereinheitlicht den Schulunterricht zwischen den einzelnen Kantonen. Eine der Vorschriften dabei ist, dass zwei Fremdsprachen unterrichtet werden müssen.

Ein Dauerbrenner der Bildungspolitik ist und bleit die Finanzierung der Universität Basel. Für Markus Eigenmann ist die Zusammenarbeit mit dem Kanton Basel-Stadt wichtig. Einer der Punkte welcher Markus Eigenmann genauer anschauen will ist der Standortvorteil. Er sagt, die Stadt profitiert mehr von der Universität als das Baselbiet. Ob dieser Vorteil in der aktuellen Finanzierungsaufteilung genug berücksichtigt wird, ist eines der Themen, welches Markus Eigenmann mit dem Kanton Basel-Stadt besprechen will. 

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Es gibt aber auch Ansatzpunkte welche die ganze Schweiz betreffen, zum Beispiel die Beiträge der Nicht-Universitätskantone. Diese seien zu klein und decken die Kosten nicht, welche die kantonsfremden Studierenden wirklich verursachen.