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Weniger Fälle für die Staatsanwaltschaft Baselland

Die Fälle der Baselbieter Staatsanwaltschaft sind im letzten Jahr um beinahe 10% zurückgegangen. Eine Entspannung bringt dies aber nicht. 

18.03.2026

33'812 neue Fälle gingen im letzten Jahr bei der Baselbieter Staatsanwaltschaft ein. Zum ersten Mal seit 2022 ist dies ein Rückgang, um 9.4%. Weniger Arbeit für die Staatsanwaltschaft bedeutet dies aber nicht. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass sich der Rückgang auf kleinere Übertretungen beschränkt. Dies können zum Beispiel Tempoüberschreitungen im Strassenverkehr sein. Diese Delikte bedeuten nur einen kleinen Aufwand für die Strafverfolgung. Bei arbeitsintensiven Verbrechen und Vergehen haben sich die Zahlen nicht verändert, sie haben sich auf einem hohen Niveau stabilisiert.

Was die Pendenzen betrifft, so konnten durch einen Einmaleffekt im letzten Jahr mehr als 21'000 offene Fälle abgeschrieben werden. Dabei handelt es sich aber um nicht eröffnete Verfahren gegen Unbekannte, in welchen es keine Ermittlungshinweise oder Fortschritte gab. Normalerweise werden verjährte Fälle in nicht eröffneten Strafverfahren jährlich geschlossen. Da die Staatsanwaltschaft seit diesem Jahr aber mit einer neuen Geschäftskontroll-Version eingesetzt wird, mussten alle auf einen Schlag erledigt werden. Im nächsten Jahr dürfte diese Zahl also wieder um einiges tiefer liegen.

Auch für das aktuelle Jahr stellt sich die baselbieter Staatsanwaltschaft auf eine Intensive Zeit ein. Nebst der allgemein hohen Belastung laufen auch verschiedene Digitalisierungsprojekte. Zudem kommt, dass ab dem nächsten Monat drei der vier Hauptabteilungen neue Leiter erhalten werden. Dies weil die bisherigen Leitenden Staatsanwälte mit Ablauf der Amtsperiode in den Ruhestand treten werden. Dazu kommt die politische Diskussion darum, ob per Ende des Jahres die Staatsanwaltschaft mit der Jugendanwaltschaft zusammengelegt werden soll.

In den letzten Jahrzehnten hat sich auch in der Strafverfolgung vieles geändert. So werden beispielsweise immer genauere Protokolle gefordert. Wie diese und weitere Vorschriften die Arbeit der Staatsanwaltschaft verändert gib es im Beitrag oben zum Nachhören.