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Problematik Stadttauben: Basel streitet über die richtige Lösung

Kaum ein Tier sorgt in Basel für so viele Diskussionen wie die Stadttaube. Mitte Juni stimmt die Bevölkerung über die Tauben-Initiative und den Gegenvorschlag der Regierung ab.

08.05.2026 Manuel Maag

Rund 8’000 bis 10'000 Stadttauben leben laut Schätzungen aktuell in Basel. Vor allem wegen Kot, Lärm und Verschmutzungen sorgt das Thema seit Jahren für Diskussionen.

Die ursprüngliche Initiative fordert deshalb ein neues Taubenmanagement mit rund zehn Taubenschlägen verteilt über die Stadt. Dort sollen die Tiere gezielt gefüttert und medizinisch betreut werden. Gleichzeitig soll die Population reduziert werden, indem echte Eier durch künstliche Eier ersetzt werden.

Das Initiativ-Komitee ist überzeugt, dass dieses System langfristig funktioniert und verweist auf ähnliche Konzepte in anderen Städten. Zudem lehnt die Initiative das Töten von Tauben grundsätzlich ab.

Die Regierung unterstützt die Idee von Taubenschlägen zwar ebenfalls. Laut Regierungsrat Kaspar Sutter reichen diese alleine aber nicht aus, um die Population nachhaltig zu senken. Der Gegenvorschlag setzt deshalb zusätzlich auf weitere Massnahmen – etwa den Einsatz von Greifvögeln an bekannten Hotspots oder das gezielte Töten der Tauben.

Die Regierung argumentiert ausserdem, dass es nach dem Prinzip der Initiative langfristig deutlich mehr Taubenschläge bräuchte. Sie rechnet mit mindestens 20 bis 25 Standorten, damit überhaupt eine spürbare Wirkung erzielt werden könne. Diese müssten zuerst gebaut werden. Beim Gegenvorschlag könnten dagegen fünf bereits bestehende Taubenschläge rasch wieder aktiviert werden.

Auch bei den Kosten gehen die Meinungen deutlich auseinander. Der Gegenvorschlag der Regierung würde laut eigenen Angaben rund 830’000 Franken über vier Jahre kosten. Die Initiative sagt dagegen, ihre Lösung mit rund zehn Taubenschlägen würde insgesamt nur etwa 400’000 Franken kosten.

Wie hoch die tatsächlichen Kosten am Ende wären, ist momentan schwierig abzuschätzen. Beide Seiten rechnen mit unterschiedlichen Voraussetzungen.

Über die Initiative und den Gegenvorschlag stimmt die Basler Bevölkerung am 14. Juni ab.