
Frühfranzösisch: Uneinigkeit in den beiden Basel
Eine Befragung zeigt: Eine Mehrheit der Baselbieter Lehrpersonen will einen späteren Beginn des Französischunterricht.
28.05.2026
Das Frühfranzösisch hat sich in den letzten Monaten und Jahren zu einem kontroversen Thema entwickelt. Nicht wenige wollen das Frühfranzösisch abschaffen. Fachpersonen stellen das aktuelle Fremdsprachenkonzept in Frage. So auch im Kanton Baselland. Interessant sind daher die neusten Ergebnisse einer umfassenden Analyse. Dabei wurde der Fremdsprachenerwerb umfassend wissenschaftlich untersucht. Es zeigt sich, der Startzeitpunkt alleine sei nicht matchentscheidend, erklärt Rebekka Gysel (Kommunikation Bildungsdirektion Basel-Landschaft).
Spannend ist insbesondere auch die Frage, wann der Startzeitpunkt des Französischunterrichts sein soll. Hier zeigen sich unterschiedliche Ergebnisse zwischen den Kantonen. Im Baselbiet möchte eine knappe Mehrheit, dass der Unterricht später beginnt. In Basel-Stadt hingegen finden 51% der Befragten, dass der Kanton den Französischunterricht ab der 3. Primarklasse beibehalten soll.
Die «Standortbestimmung Sprachkonzept» zeigt allerdings auch, dass der Vorschlag eines späteren Französischbeginns in allen drei Kantonen deutlich schlechter abschneidet. So möchten nur zwischen 1 bis 3 Prozent der Befragten in der 4. Klasse damit beginnen.
Man nehme die Rückmeldungen ernst, betont Rebekka Gysel. Dank der Standortbestimmung wurden verschiedene Perspektiven zusammengeführt. Dazu gehören wissenschaftliche Erkentnisse, Leistungsdaten aus Checks sowie Erfahrungen und Einschätzungen aus der Praxis. Dass der frühe Startzeitpunkt des Französisch kritisch gesehen wird, sei verschiedenen Faktoren geschuldet.
In der Analyse fällt zudem auf, dass eine Mehrheit der Französisch-Lehrpersonen sich Verbesserungen wünscht. So soll die Sprechzeit im Unterricht erhöht werden und ausserschulische Aktivitäten, etwa Klassenaustausch und Sprechbegegnungen, verstärkt werden.
Gestützt auf diese Standortbestimmung gilt es nun das Sprachenkonzept weiterzuentwickeln. Dies geschieht in enger Absprache zwischen den Kantonen, betont Urs Bucher (Co-Leitung Basler Volksschulen). Der Kontakt sei eng, die beiden Basel werden eine gemeinsame Lösung finden.