
Basler Grosser Rat will Stimmrechtsalter 16
Das Parlament hat einer entsprechenden Verfassungsänderung mit 59 zu 39 Stimmen zugestimmt.
16.09.2026
Konkret sollen junge Menschen ab 16 Jahren künftig abstimmen,wählen sowie Initiativen und Referenden unterzeichnen. Das passive Wahlrecht bleibt hingegen bei 18 Jahren. Jugendliche können demnach erst in ein politisches Amt gewählt werden, wenn sie mündig sind.
In der Debatte im Grossen Rat kommen die Befürworter der Vorlage grösstenteils aus dem linken Parteienspektrum. Auch die Basler Regierung unterstützt das Anliegen. Sie sehen darin vor allem die Möglichkeit, junge Menschen früher in die Demokratie einzubinden. Konkret könnten dann künftig rund 2300 zusätzliche Personen an politischen Prozessen teilhaben. Jugendliche seien von politischen Entscheiden langfristig betroffen - etwa bei Fragen rund um Bildung, Gesellschaft oder Klima.
Bürgerliche Parteien sehen das Stimmrechtsalter 16 kritisch. Sie stellen sich die Frage, ob politische Rechte bereits mit 16 Jahren beginnen sollen, während die zivilrechtliche Mündigkeit weiterhin erst mit 18 Jahren erreicht ist. Aus ihrer Sicht müssen Rechte und Pflichten gekoppelt sein. Ein weiterer Streitpunkt ist die Gemeindeautonomie. Vor 2 Jahren hat Riehen das Stimmrechtsalter deutlich abgelehnt. Bei einer kantonsweiten Einführung müsste Riehen das neue Mindestalter übernehmen.
Das letzte Wort hat die Basler Stimmbevölkerung. Die Änderung der Kantonsverfassung untersteht dem obligatorischen Referendum.