
Antisemitismus gilt in Basel als «Dauerbelastung »
Antisemitische Vorfälle verlagern sich laut einem neuen Bericht immer mehr von der realen Welt ins Internet. Die Zahl der Vorfälle bleibt allerdings generell auf einem hohen Niveau. Eine Entwicklung, die auch die Israelitische Gemeinde Basel (IGB) beobachtet.
10.03.2026 Nicola Schnell
Der aktuelle Antisemitismusbericht zeigt, dass antisemitische Vorfälle in der Schweiz weiterhin auf einem hohen Niveau bleiben. 2025 wurden 177 Vorfälle im öffentlichen Raum registriert (2024:221), während die gemeldeten Fälle im Internet deutlich von 1596 auf 2185 gestiegen sind.
Die Israelitische Gemeinde Basel (IGB) ist in den sozialen Medien nicht aktiv. Der Gemeinde fehlen die Ressourcen, dazu gehöre es auch nicht zu ihrem Kerngeschäft, sagt Isabel Schlerkmann, Geschäftsführerin der IGB. Trotzdem erfahren Mitglieder der Gemeinde immer wieder Anfeindungen, sei es im Internet oder auch der realen Welt.
Dass der neueste Antisemitismus-Bericht eine Zunahme der Vorfälle im Internet konstatiert, verwundere nicht.
Auch an Schulen nimmt die Problematik laut der IGB nicht ab. Im Gegenteil, antisemitische Schwingungen seien nach wie vor spürbar. Es komme in der Sekundarschule, aber auch an der Uni, immer wieder zu Vorfällen.
Trotz dieser bedenklichen Entwicklung blickt die IGB zuversichtlich in die Zukunft und hofft auf eine Entspannung. Isabel Schlerkmann betont, dass die Gemeinde seit dem Beginn des Israel-Palästina-Kriegs nochmals stärker zusammengerückt ist.
Der Antisemitismus-Bericht beschäftigt auch die Basler Politik
Der Basler LDP-Grossrat Philip Karger ist Mitglied der jüdischen Gemeinschaft in Basel. Er hat den aktuellen Antisemitismusbericht sorgfältig analysiert. Die Zahlen seien mit Vorsicht zu lesen. Man dürfe nicht jedes Jahr isoliert sehen, sondern müsse die Entwicklung über einen längeren Zeitraum betrachten. So erkenne man, dass die Vorfälle insgesamt noch immer zunehmen.
Philip Karger setzt sich im Grossen Rat immer wieder für die jüdische Gemeinschaft ein. Als Politiker stehe er im Rampenlicht und erfahre deshalb auch Anfeindungen.
Die Antisemitismus-Problematik an Schulen müsse intensiver angegangen werden, fordert Philip Karger, zusammen mit anderen Parlamentarierinnen und Parlamentariern. Dies gelinge mit gezielter Prävention.